Warum Red Hat in den Energiesektor investiert – unsere Sichtweise
Seit mehr als zwei Jahrzehnten tragen wir dazu bei, stark regulierte, geschäftskritische Branchen – darunter Telekommunikation, Finanzdienstleistungen, Behörden, das Gesundheitswesen und die Fertigung – zu transformieren. Wir ersetzen anfällige, proprietäre Systemlandschaften durch ein offenes, auf Standards basierendes Plattformportfolio, das von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) angeführt wird.
Red Hat unterstützt diese Transformation mit einem bewährten Konzept:
- einer für den Einsatz in Unternehmen optimierten Linux-Distribution mit einem Lebenszyklus von mehr als zehn Jahren,
- einem starken Fokus auf Sicherheit (Security-Enhanced Linux, nach den Federal Information Processing Standards (FIPS) validierte Verschlüsselung, Live-Patching des Kernels) und
- einem umfangreichen Ökosystem zertifizierter Hardware und Software sowie
- einem Open-Source-Kooperationsmodell, das es Kunden und Partnern ermöglicht, gemeinsam in ihrem eigenen Tempo Innovationen zu entwickeln.
Warum Energie – und warum gerade jetzt?
Das Stromnetz wird zunehmend softwaredefiniert. Energieversorger virtualisieren Schutzrelais (VRs) sowie Funktionen der Bereiche Distributed Energy Resource Management (DERM) und Supervisory Control and Data Acquisition (SCADA), um der Intermittenz erneuerbarer Energien, dem elektrifizierten Verkehr und den Vorgaben zur Dekarbonisierung gerecht zu werden. Spezielle Hardware kann da nicht mithalten, ein flexibles, Edge-fähiges Betriebssystem hingegen schon. Unsere jüngste Zusammenarbeit mit der vPAC Alliance und dem SEAPATH-Projekt von LF Energy beweist, dass die Virtualisierung der Enterprise-Klasse die Anforderungen an Latenzzeiten im Sub-Millisekundenbereich auf robusten COTS-Servern erfüllen kann.
2. Die Konvergenz von IT und OT erfordert eine gemeinsame Plattform. Betreiber möchten Umspannwerke, Leitstellen und Unternehmensrechenzentren mit derselben Toolchain verwalten, einschließlich der Bereiche Patching, Compliance, Automatisierung sowie CI/CD-Pipelines (Continuous Integration/Continuous Delivery). Diese Konsistenz bieten wir bereits für die Kernbuchhaltungssysteme von Banken und die 5G-Kernnetze von Telekommunikationsunternehmen. Die Ausweitung auf den Bereich der Stromübertragung und -verteilung (T&D) ist der nächste logische Schritt.
3. Offene Ökosysteme beschleunigen Innovationen. Energieversorger können nicht auf die Roadmaps einzelner Anbieter warten. Mit unserer Open-Source-Governance laden wir Originalgerätehersteller, unabhängige Softwareanbieter und Systemintegratoren (wie Dell Technologies, Intel, Welotec und viele andere) zur Zusammenarbeit im Vorfeld ein. Dadurch werden die Vorlaufzeiten für neue Funktionen verkürzt und Anbieterabhängigkeiten vermieden.
Der Weg in die Zukunft
Indem wir die gleiche offene, sichere und über den gesamten Lebenszyklus stabile Grundlage, die moderne Telekommunikations-Clouds und das digitale Bankwesen geprägt hat, auch auf Umspannwerke und Leitstellen übertragen, unterstützen wir Energieversorger dabei, ihre Lieferzeiten für Hardware drastisch zu verkürzen.
- Lieferzeiten für Hardware drastisch zu verkürzen, indem kritische Workloads auf handelsüblichen x86- oder ARM-Edge-Knoten ausgeführt werden;
- die Installation von Patches und die Einhaltung von Vorschriften an Hunderten von Standorten über ein einziges Dashboard zu automatisieren und
- ihre Umspannwerke von dedizierten IEDs auf eine Recheninfrastruktur umzustellen, die als Grundlage für flexible, softwaredefinierte Schutz-, Automatisierungs- und Steuerungssysteme (PAC) dient.
- ihre Cyber-Resilienz durch mehrschichtige Sicherheit und schnelle Behebung von CVE-Schwachstellen zu stärken.
Kurz gesagt: Red Hat Enterprise Linux ist das Bindeglied zwischen IT-Innovation und Betriebssicherheit – genau das, was die Energiewende erfordert. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit der Community das Stromnetz mit neuer Energie zu versorgen.
Contact Person
Stefan Richter
Stratege für die Modernisierung von Stromnetzen bei Red Hat