Jeder Maschinenbauer benötigt dieselben digitalen Bausteine, wie beispielsweise das Management von Edge-Geräten, KI-gestützte Edge-Anwendungen, sicheren Fernzugriff und Cloud-Konnektivität. Viele Unternehmen entwickeln diese Funktionen jedoch nach wie vor von Grund auf selbst oder stellen sie aus proprietären Lösungen zusammen, was Kosten, Komplexität und langfristige Abhängigkeiten mit sich bringt.
Für europäische Maschinenbauer wird dies zunehmend zu einer strategischen Frage. Die digitale Infrastruktur bestimmt in immer stärkerem Maße, inwieweit Unternehmen unabhängig agieren können, wie sicher sie Maschinen und Kunden miteinander vernetzen können und wie schnell sie neue digitale Dienste auf den Markt bringen können. Kurz gesagt: Souveränität, Sicherheit und Geschwindigkeit.
SEALMAN wurde genau auf der Grundlage dieser drei Prinzipien entwickelt. SEALMAN wurde von GEA und Welotec ins Leben gerufen und wird unter dem Dach der Eclipse Foundation betrieben. Es handelt sich um ein offenes, herstellerneutrales Ökosystem für die industrielle IoT-Infrastruktur. Es vereint bewährte Bausteine über den gesamten Stack hinweg, von einem gehärteten Linux-Betriebssystem und containerisierten Workloads über Docker bis hin zu offenen Schnittstellen auf Basis von MQTT, OPC UA und REST. Zusammen bilden sie eine Grundlage, die Maschinenbauer nach ihren eigenen Vorstellungen nutzen, anpassen und betreiben können, ohne die Kontrolle über einen kritischen Teil ihrer digitalen Infrastruktur an einen einzelnen Anbieter abzugeben.
Die Idee ist einfach: Die Basisinfrastruktur sollte kein Unterscheidungsmerkmal sein. Sie sollte offen, sicher und unter Ihrer Kontrolle sein. Sobald diese Grundlage geschaffen ist, können Teams ihre Ressourcen dort einsetzen, wo sie am wichtigsten sind – nämlich bei der Entwicklung und Bereitstellung von Anwendungen, digitalen Diensten und Lösungen, die einen Mehrwert für ihre Kunden schaffen.
In diesem Webinar werden Thomas Baur (GEA Group AG) und Mirko Holthaus (Welotec) diese Idee in die Praxis umsetzen. Anstatt ein weiteres Architekturkonzept vorzustellen, werden sie in 75 Minuten live eine funktionsfähige SEALMAN-Konfiguration aufbauen. Ausgehend von den auf GitHub und DockerHub verfügbaren Ressourcen werden sie das System installieren, ein OPC-UA-Gerät anschließen und die Benutzer- und Zugriffsverwaltung konfigurieren – bis hin zu einer lauffähigen Infrastruktur und der ersten Live-Datenverbindung.
Und dies ist nicht nur eine Demo zum Zuschauen. Die erforderlichen Ressourcen werden im Vorfeld zur Verfügung gestellt, sodass die Teilnehmer die Einrichtung auf ihrem eigenen System nachvollziehen und aus erster Hand erleben können, wie schnell sich ein Open-Source-Ökosystem zu einer eigenständigen IIoT-Infrastruktur entwickeln kann, die sie selbst steuern. „Für uns bei GEA ist eines klar: Echter Fortschritt im Digital Engineering entsteht durch Zusammenarbeit und gemeinsame Standards.“ – Tom Oelsner, Chief Digital Officer, GEA